Was müssen Marken von heute für morgen lernen?

Posted by on Apr 24, 2013 in Lesen
Was müssen Marken von heute für morgen lernen?

Was müssen Marken heute lernen, um auch morgen noch auf dem Markt zu sein? Gibt es morgen überhaupt noch Märkte wie wir sie heute kennen? Wer wechselt eigentlich die Fragen, auf die Marken die Antworten haben sollen?

Märkte verändern sich. Bedürfnisse der Menschen verändern sich. Technologien verändern sich. Entscheidend für den Erfolg ist, dass Marken veränderungsfähig bleiben. Dazu gehört eine gesunde Portion Lernfähigkeit. Nur die wissbegierige Marke wird Bestand haben.

Die Digitalisierung der Welt und damit auch der Markenwelt schreitet unaufhörlich voran. Das hat Auswirkungen auf Kunden und Markenmacher. Ihre Welten rücken viel enger zusammen als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Verschmelzen teilweise sogar. Auf Facebook treffen sich berufliche und private Nutzer, mal in der einen Rolle, mal in der anderen. Es scheint im Moment noch, als wüssten alle nicht so genau, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollten. Die neuen Kommunikationsformen sind ein bisschen wie der Neue in der Klasse. Er wird erst einmal skeptisch beäugt. Marken müssen lernen, was Menschen im echten Leben in dieser Situation tun, nämlich ins Gespräch kommen, ungezwungen, offen, neugierig.

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Die Welt dreht sich durch den technologischen Fortschritt zwar immer schneller. Aber veränderungsfähig zu sein bedeutet nicht automatisch, jedem neuen Trend hinterher zu hetzen. Opel wechselt seine Slogans wie Winterreifen. Alle paar Jahre muss ein neuer Satz her. Marken von morgen müssen lernen zu entschleunigen. Erfolgreiche Marken brauchen Raum und Zeit für Entwicklung – auf Seiten der Macher und auf Seiten der Kunden. Marken müssen den Menschen die Chance geben, sie kennenzulernen, mit allen Sinnen zu erfahren. Der Seifenhersteller Roger & Gallet nimmt die Besucher der Webseite mit auf eine entspannte Entdeckungsreise durch seine Duftwelten, dass man in die Düfte förmlich eintaucht. Sich dazu die Zeit zu nehmen lohnt sich. In Zeiten von Aufmerksamkeitsspannen in der Länge von 30-Sekunden-Youtube-Clips ein mutiges Unterfangen. (Leider steht die Seite nicht mehr im Netz zur Verfügung; Anm. d. Red. 9.2.2015)

Wer so mutig sein will braucht auch Demut, seine eigenen Interessen hinter den der anderen anzustellen. Folgende drei Beispiele finden wir nachhaltig beeindruckend:

Ökologie vor Ökonomie. 97% der gedruckten Flyer landen ungelesen im Papierkorb. Ein guter Ansatz ist: Nicht Möglichst-billige-Flyer-die-niemand-lesen-will-drucken-24.de zu nutzen, sondern ausgewählte hochwertige Druckerzeugnisse auf Anfrage zu verschicken wie die Corporate Flower von Gebrauchsgrafiker Oliver Schuh.

Dialog statt Monolog. Das Social Business manomama hat mit Gründung des Unternehmens auf den Community Gedanken gesetzt und ist im steten Austausch mit seiner Fangemeinde. Jede Frage wird von Sina Trinkwalder oder einer ihrer Mitarbeiter beantwortet. Sie stellt auch selbst immer wieder Fragen an ihre Kunden und Follower.

Kommunikation statt Kontrolle. Die Marke Gore-Tex und viele weitere Geschäftsfelder gäbe es möglicherweise nicht, wenn Firmengründer Bill Gore die Teilhaber (Mitarbeiter) nicht von Anfang an zur aktiven Innovation ermutigt hätte. Gore gilt auch heute noch als Musterbeispiel für eine lernende Organisation.

Die genannten Beispiele zeigen, dass Marken nur in dem Maße lernen können wie ihre Macher lernfreudig und veränderungsfähig sind. Denken Sie an Ihre eigene Marke: Was haben Sie zuletzt gelernt?

Testen Sie Ihren Lernmuskel zum Beispiel mit dieser Übung!

Dieser Artikel ist der Leitartikel der Markenmachernews Ausgabe 1 /2013 „Lernen“. Dort finden Sie weiterführende Links zum Thema „Lernen“. Die nächste Ausgabe der Markenmacher News erscheint am 6.6.2013 mit dem Schwerpunkt „Entscheidung“. Wofür schlägt unser Herz, was sagt der Bauch dazu und wie kommen wir mittels Heuristik mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu brauchbaren Lösungen?

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