Wie wird eine Marke begreifbar?

Posted by on Okt 25, 2013 in Lesen
Wie wird eine Marke begreifbar?

Der Mensch ist ein haptisches Wesen. Das hat sich in Zeiten von zunehmender Digitalisierung nicht geändert. Im Gegenteil: Das Sinnliche erfährt geradezu eine Renaissance. Menschen streicheln die Touchscreens ihres Smartphones, haben es stets in Griffweite. Alles Flauschige erfreut sich in der Digitalszene großer Beliebtheit. Die Piratenpartei hat eine AG Flausch. Fotos von Katzen-, Hunde- und Eulenbabies gehören zu den meist geteilten Bildern auf Facebook.

Außerhalb des „Neulands“ ist Haptik schon immer ein Thema. Leider sind multisensuales oder haptisches Marketing zu Buzzwords unserer Zeit geworden. Alle wollen es, aber die wenigsten Unternehmen füllen diese Begriffe mit Leben. Für die meisten beginnt und endet Markenarbeit mit einem Logo. Es ist an der Zeit, das anzupacken.

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Sich selbst als Marke begreifen

Wichtig ist, dass sich Unternehmen zunächst selbst als Marke begreifen. Marken sind nicht allein Konsumartikelherstellern für Küche, Bad und Kleiderschrank vorbehalten. Eine Marke schafft in einem wettbewerbsorientierten Umfeld bei einem stark erklärungsbedürftigen Produkt oder einer immateriellen Dienstleistung Aufmerksamkeit und Bindung. Insbesondere die kleineren Mittelständler verfügen über großes Markenpotenzial. Das Unternehmen hat ein Gesicht, denn sie sind in der Regel inhabergeführt. Werte wie Loyalität, Verantwortung und Tradition werden von den Mitarbeitern deutlich stärker als bei großen Unternehmen gelebt. All das sind gute Voraussetzungen für einen soliden Markenkern. Diesen Kern für Kunden und Mitarbeiter greifbar zu machen ist der nächste Schritt. Wie kann das funktionieren? Insbesondere bei Dienstleistungen, die man nicht anfassen und ausprobieren kann?

Sieben Tipps, Ihre Marke greifbar zu machen

  • Die Markenhaptik, insbesondere bei Dienstleistern, beginnt bei Ihrer Person. Ein fester Händedruck und eine offene Körperhaltung vermitteln unmittelbar das Gefühl, einen Mensch zum Anfassen vor sich zu haben.
  • Auch die verwendeten Materialien können den haptischen Eindruck fördern, z. B. eine Visitenkarte oder eine Firmenbroschüre aus hochwertigem Papier.
  • Handfeste Verkaufsargumente und griffige Formulierungen helfen Ihnen, Ihre Marke begreifbar zu machen.
  • Ein erlebter Produktnutzen überzeugt deutlich mehr als ein rein verbal vermitteltes Nutzenversprechen. Events sind – richtig eingesetzt – der Klassiker unter den Markenerlebnissen.
  • Ein Mensch vergisst nie, wer ihn zu einer Aktivität inspiriert hat. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihren Kunden durch Denkanstöße neue Spielräume zu eröffnen.
  • Die Usability Ihrer Webseite führt zu direkten Rückschlüssen auf Marke und Produkt. Den Besuch Ihrer Webseite sollten die Nutzer als einfach und intuitiv erleben.
  • Liefern Sie Ihren Kunden ein fühlbares Ergebnis, einen spürbaren Mehrwert. Das Leben Ihrer Kunden sollte nach Ihrer Dienstleistung oder mit Ihrem Produkt deutlich schöner, besser, leichter, klarer oder gewinnbringender verlaufen als vorher.

Was haben Sie zuletzt Ihre eigene Marke in die Hand genommen? Wenn Sie Lust haben, dies im wörtlichen Sinne zu machen, dann bringen Sie mit dieser Idee Leuchten in Ihr Marketing.

Dieser Artikel ist der Leitartikel der Markenmachernews Ausgabe 4 /2013 “Begreifen”. Dort finden Sie weiterführende Links zum Thema “Marken begreifen”. Die nächste Ausgabe der Markenmacher News erscheint am 12.12.2013 mit dem Schwerpunkt “Grenzen”. Welche Grenzen heben uns vom Wettbewerb ab und welche benötigen wir persönlich?

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