Spieler oder Spielball?

Posted by on Jul 15, 2014 in Lesen
Spieler oder Spielball?

Spielen ist etwas für Kinder. Spielen ist ein lustiger Zeitvertreib, wenn die Hausaufgaben gemacht sind. Genauso sieht es in den meisten Unternehmen aus.

Fakt ist: Die Hausaufgaben sind nie zu Ende gemacht. Ist die eine Aufgabe erledigt, steht die nächste schon in Warteschlange. Es geht immer weiter, weiter, weiter… Unternehmen haben ganze Kompendien, wie Dinge und Aufgaben zu erledigen sind. In der Regel werden Dinge so gemacht, wie sie immer schon gemacht wurden. Im Marketing lassen sich dank technischer Tools alle Klicks und Nutzerbewegungen von Social Networks, Webseiten und Emails zahlenmäßig nachvollziehen. Kein Wunder, dass die Controller in immer mehr Unternehmen die Führung übernehmen.

Und genau hier liegt das Problem. Unternehmen nehmen sich zu wenig Zeit zum Spielen, frei zu denken, auszuprobieren, neue Regeln auszudenken. So kann keine Marke wirklich zum Leben erweckt werden!

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Seien Sie Spieler, nicht Spielball
Eine erfolgreiche Marke ruft in den Köpfen unterschiedlicher Menschen ähnliche Assoziationen hervor. Eine gute Marke weckt Emotionen. All diese Aspekte sind für den Homo Oeconomicus, den vernunftbegabten Entscheider, der an den Hochschulen propagiert und dem in der Praxis so gerne nachgeeifert wird, nicht angelegt.  Wir wünschen uns deshalb, dass Sie als Unternehmer spielerischer an Ihre Marke herangehen. Das Spiel ist eine menschliche Aktivität, die in der Lage ist, die Elemente einer Situation so zu verändern, dass Neues und Unbekanntes entsteht und Lösungen für scheinbar nicht mehr lösbare Probleme gefunden werden können. Seien Sie bei Ihrer Markenarbeit ein homo ludens! Lassen Sie sich nicht von den geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen Ihres Marktes davon abhalten.

Schreiben Sie die Regeln neu
Sie kennen sicher den Spruch „Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.“ Innovationen sind kein Zufall und nicht das Ergebnis von Unwissenheit, sondern vom bewussten Ausprobieren. Spieltheoretiker machen genau das: Wie Künstler Objekte aus Ton modellieren, entwickeln sie aus ihrer individuellen Sicht auf die Welt ein Spiel aus Regeln. Lassen Sie sich von diesen drei Beispiele inspirieren:

Wer sagt, dass Sie bei einem Vortrag eine Powerpoint-Präsentation dabei haben müssen, nur weil der Veranstalter das annimmt? Es geht auch ohne, weiß Präsentationsberaterin Nicole Gugger.

Sie glauben eigene AGB haben zu müssen, nur weil Ihre Kollegen welche haben? Das sieht Gitte Härter anders: Der Bürokratieaufwand für 1% Ärsche lohne nicht.

Wer sagt, dass Sie Hotelier sein müssen, um ein Hotel zu betreiben? Künstler übernehmen zwischen dem 14. Mai und dem 15. Juni 2014 die Leitung des Hotels St. Oswald in Bad Kleinkirchheim und führen es (wie passend!) unter dem Namen HOTEL KONKURRENZ.

Schaffen Sie Ihre eigenen Spielregeln mit dieser Idee!

Dieser Artikel ist der Leitartikel der Markenmachernews Ausgabe 3 /2014 “Spielen”. Dort finden Sie weiterführende Links zum Thema “Spielen”. Die nächste Ausgabe der Markenmacher News erscheint am 8.8.2014 mit dem Schwerpunkt “Rhythmus”.

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